USB-Sticks – sind eigentlich alle gleich? Woran erkenne ich, ob ich einen guten USB-Stick habe?
Geschrieben am: 4. Februar 2008
Viele Menschen denken, dass sich USB-Sticks bei gleicher Kapazität nur in Form und Preis unterscheiden. Es wird vermutet, dass sich die Preise durch die Höhe der Einkaufsvolumina bestimmen. Doch das stimmt so nicht ganz! Neben qualitativen Mängeln kann auch kriminelle Energie einen niedrigen Preis ermöglichen.
1. Betrug
Nicht immer stimmen Kapazitätsangabe und tatsächlich vorhandenen Kapazität überein. Tritt ein solcher Fall ein, kann man von Betrug ausgehen. USB-Sticks werden manipuliert, und es wird dem Konsumenten bewusst eine falsche Kapazität vorgegaukelt. Im schlimmsten Fall kann dieser Betrug zu unwiederbringlichen Datenverlusten führen. Es gibt leider Fälle, in denen beispielsweise von 4GB, die angepriesen waren, nur 1GB tatsächlich verfügbar war. Versuchte der Kunde, mehr als dieses 1GB aufzuspielen, wurden vorherige Daten gelöscht!
Wie kann ich mich als Verbraucher schützen?
Es gibt eine spezielle Software, die man unter http://www.heise.de/software/download/h2testw/50539 herunterladen kann, um zu überprüfen, ob der ausgewiesene Speicherplatz mit dem tatsächlichen übereinstimmt.
2. Die Schnelligkeit des Datenaustausches
Zeit ist Geld. Auch beim Datenaustausch spielt die Geschwindigkeit zwischen PC / Laptop und dem USB-Stick eine wichtige Rolle. Oftmals dauert der Datentransfer bei günstigen Anbietern deutlich länger als bei hochwertigen Produkten. Ein wichtiger Aspekt ist die Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Die Lese- ist immer höher als die Schreibgeschwindigkeit (Wenn nur eine Angabe auf der Verpackung zu lesen ist, handelt es sich normalerweise um die Lesegeschwindigkeit). Beides kann sich massiv unterscheiden. Deshalb sollte der Interessierte beim Kauf nach beiden Geschwindigkeiten fragen.
Weiterführende Erklärung:
• Manche Hersteller geben stattdessen Geschwindigkeitsklassen an, z.B. 210x. Man bezeichnet dieses auch als X-Rating. Dabei steht 1x für die Übertragungsgeschwindigkeit von 150 KByte pro Sekunde. Somit bedeutet die Angabe von 210 eine durchschnittliche Schreib-/Lesegeschwindigkeit von 31,5 Megabyte pro Sekunde. Die Urgeschwindigkeit von 1x galt für das erste CD-ROM-Laufwerk, welches 1994 auf den Markt kam.
3. Single-Level-Cell (SLC) / Multi-Level-Cell (MLC) NAND Flash Chips
Je nach Bedürfnis des Verbrauchers, sollte sich selbiger für eine Chipart bei einem USB-Stick entscheiden.
Wünscht der Verbraucher einen günstigen USB-Stick, so trifft er mit einem MLC-Chip die richtige Wahl.
Sind für den Verbraucher schnelle Datenübertragungsraten, ein sehr geringer Stromverbrauch und eine lange Lebensdauer des Sticks wichtiger, so sollte er auf USB-Sticks mit SLC-Chips zurückgreifen.
4. Sicherheit
Wer wichtige Daten mit seinem USB-Stick transportiert, sollte darauf achten, dass dieser über einen passwortgeschützten Sicherheitsbereich verfügt. Damit sind die Dateien bei Verlust oder Diebstahl rudimentär gesichert. Jedoch sollte man bedenken, dass kein Passwort absolut sicher ist. Auf manchen Marken-USB-Sticks sind zusätzlich Programme zur Datenverschlüsselung vorinstalliert bzw. werden auf einer entsprechenden CD mit ausgeliefert oder zum Download bereit gestellt. Für ganz besonders sensible Daten gibt es USB-Sticks mit biometrischer Fingerabdruck-Erkennung, wie zum Beispiel den JetFlash 220.
5 . Kompatibilität
Jeder USB-Stick sollte die aktuellsten Versionen des Betriebssystems „Windows“ unterstützen. Bessere USB-Sticks erkennt man daran, dass diese auch ältere Betriebssysteme wie Windows 98 SE unterstützen. Wenn ein USB-Sticks sogar unter Mac OS und Linux läuft, kann man sicher sein, Qualität in den Händen zu halten.
6. Zuverlässigkeit
Der Kunde sollte beim Verkäufer nach der Garantie eines USB-Sticks fragen. Nur sehr wenige Unternehmen geben auf ihre USB-Sticks eine Garantie von 30 Jahren.
“Die Faustregel lautet dabei: je länger die Garantie, desto hochwertiger die verwendeten Komponenten.”
7. Zusätzliche Software als kostenloser Mehrwert
Der Interessierte sollte sich nach den zusätzlichen Features eines USB-Sticks erkunden. Viele Anbieter verkaufen „nur“ einen USB-Stick. Markenhersteller bieten in der Regel Mehrwert wie eine auf den jeweiligen USB-Stick angepasste Software. Die Firma Transcend beispielsweise fügt ihren USB-Sticks das Programm „JetFlash Elite“ bei. Dieses hat folgende Feature:
• Automatisches Website-Login mit den registrierten Nutzerdaten (nur Microsoft IE)
• PC-Lock Sperrfunktion: macht aus dem JetFlash™ einen Schlüssel für den PC
• Mobile Internet-Favoriten: Speichern von Internetadressen (nur Microsoft IE)
• Secret-Zip Datei-Verschlüsselung: Komprimieren und/oder schützen von gespeicherten Daten mit Verschlüsselung nach sicherem 256-bit AES Standard
• Mobile E-Mail Lösung: sicherer Versand, Empfang sowie Speicherung von E-Mails
• DataBackup Daten-Sicherung
• My JetFlash: Zugriff auf JetFlash™ Daten mit einem Klick
• OnlineUpdate der Software
8 . Elektromagnetische Verträglichkeit
Grundsätzlich müssen seit 1996 alle technischen Produkte eine CE-Kennzeichnung haben. Diese weist aus, dass das Produkt den geltenden europäischen Richtlinien entspricht: Die dem Stick ausgehende elektronische Strahlung muss so gering sein, dass diese keine anderen Geräte beeinflusst. Leider bedeutet die CE-Kennzeichnung nicht in jedem Fall, dass das Produkt durch unabhängige Stellen auf die Einhaltung der Richtlinien überprüft wurde. Gründe hierfür sind die teueren Tests sowie eine aufwendigere Produktion. Um sicher zu gehen, dass der USB-Stick diese Kontrolle durchlaufen hat, sollte der Verbraucher auf Marken USB-Sticks zurückgreifen.
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